01 / UNTERGRUND
Grundierung richtig auswählen
Der Untergrund entscheidet über Haftung, Saugverhalten und das spätere Oberflächenbild. Lose Altanstriche, Staub, Fett und nicht tragfähige Schichten müssen vor dem Beschichten entfernt werden.
Für stark saugende oder sandende mineralische Flächen ist ein Tiefengrund eine typische Lösung. Glatte, wenig saugende Untergründe benötigen dagegen eine haftvermittelnde Grundierung. Vor Tapezierarbeiten kann ein weiß pigmentierter Tapetengrund Saugfähigkeit und Farbton vereinheitlichen.
Praxis-Tipp: Untergrund, Nutzung und Schlussbeschichtung zuerst mit dem Fachhandel klären. Ein Probeauftrag am Objekt zeigt, ob der Aufbau passt.
02 / INNENRÄUME
Wände mit Struktur gestalten
Struktur verändert einen Raum stärker als ein Farbton allein. Flüssige Raufaser schafft eine durchgängige, raufaserähnliche Oberfläche auf tragfähigen Innenwänden und Decken. Ein Lehm-Streichputz eignet sich für deckende, füllende Innenflächen auf trockenen und saugfähigen Untergründen.
Bei mineralisch geprägten Wandbildern kann ein Silikat-Innenputz die passende Richtung sein. Entscheidend sind ein trockener, sauberer und tragfähiger Untergrund sowie eine strukturierte Verarbeitung ohne sichtbare Ansätze.
Praxis-Tipp: Struktur bei vergleichbarer Beleuchtung an einer Musterfläche beurteilen. Körnung, Werkzeug und Auftragsmenge bestimmen das Ergebnis.
03 / RENOVIERUNG
Kritische Innenflächen renovieren
Nach Nikotin, Ruß oder ausgetrockneten Wasserflecken reicht ein normaler Anstrich oft nicht aus. Für solche Renovierungsflächen sind absperrende Beschichtungen vorgesehen, die eine weitere Gestaltung ermöglichen können.
Vor jeder Renovierung gilt: Ursache und Zustand der Fläche prüfen. Aktive Feuchtigkeit, Schimmelbefall oder nicht tragfähige Altbeschichtungen müssen fachgerecht behandelt werden, bevor ein Anstrichsystem gewählt wird.
Praxis-Tipp: Bei unklaren Wasserflecken erst die Feuchteursache beseitigen. Eine Beschichtung kann eine aktive Durchfeuchtung nicht ersetzen.
04 / AUSSEN & BELASTUNG
Spezialflächen richtig einordnen
Außen- und Spezialflächen stellen unterschiedliche Anforderungen. Fassadenputze müssen zum vorhandenen Untergrund und zur Witterung passen. Balkon- und Poolbeschichtungen brauchen einen Aufbau, der zur jeweiligen Fläche, Belastung und möglichen Feuchteeinwirkung passt.
Markierungsfarben sind Sonderbeschichtungen mit eigenen technischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben. Bei Mauerwerk mit aufsteigender Feuchtigkeit ist zuerst das Mauerwerk und das Sanierungskonzept zu beurteilen.
Praxis-Tipp: Für Außen- und Spezialanwendungen immer die vollständigen technischen Unterlagen und den Rat des Fachhandels einbeziehen.