BAUCHEMIE FÜR STARKE OBERFLÄCHENAusschließlich im Fachhandel

BEGRIFFE FÜR DEIN VORHABEN

Bauchemie.
Einfach erklärt.

Was bedeutet tragfähig, wann ist eine Beschichtung überarbeitbar und welche Aufgabe hat ein Oberputz? Hier findest du wichtige Begriffe für die Vorbereitung deines Vorhabens. Die Erklärungen helfen bei der Orientierung; die konkrete Auswahl erfolgt anhand des Bestands und der aktuellen technischen Produktunterlagen.

01 / BEGRIFFSWISSEN

Saugfähigkeit

Die Saugfähigkeit beschreibt, wie stark ein Untergrund Flüssigkeit aufnimmt. Eine Wand kann innerhalb einer Fläche unterschiedlich saugen, etwa an ausgebesserten Stellen. Das beeinflusst die Vorbereitung und kann die Verarbeitung nachfolgender Materialien verändern. Ob eine regulierende Grundierung nötig ist, hängt vom Bestand und vom vorgesehenen Aufbau ab. Die Saugfähigkeit ist eine andere Eigenschaft als die Haftung einer Beschichtung.

02 / BEGRIFFSWISSEN

Tragfähigkeit des Untergrunds

Tragfähigkeit bedeutet im Zusammenhang mit Beschichtungen, dass der vorhandene Untergrund und verbleibende Schichten einen geeigneten, festen Verbund für den neuen Aufbau bieten. Lose, abblätternde oder mürbe Bereiche müssen deshalb fachlich beurteilt werden. Gemeint ist hier die Eignung der Oberfläche als Beschichtungsgrund. Die statische Tragfähigkeit eines Bauteils und mögliche Schäden an der Konstruktion sind eine gesonderte bauliche Frage.

03 / BEGRIFFSWISSEN

Haftvermittlung

Haftvermittlung unterstützt den Verbund zwischen einem geeigneten Untergrund und der folgenden Beschichtung. Sie kann etwa bei glatten oder schwach saugenden Flächen eine wichtige Aufgabe sein. Welche Grundierung diese Funktion übernimmt, richtet sich nach den vorhandenen und geplanten Materialien. Ein Haftvermittler macht eine lose Altbeschichtung nicht tragfähig und beweist für sich genommen noch nicht die Verträglichkeit des gesamten Aufbaus.

04 / BEGRIFFSWISSEN

Deckvermögen

Deckvermögen beschreibt, wie gut eine Beschichtung den Farbkontrast des Untergrunds verdeckt. Dabei zählen Material, Farbton, Untergrund und der vorgesehene Auftrag zusammen. Eine deckende Oberfläche ist nicht automatisch eine isolierende Beschichtung gegen verfärbende Inhaltsstoffe. Wenn Flecken später wieder erscheinen können, muss diese Aufgabe gesondert eingeordnet werden. Für die Auswahl sind deshalb sowohl das gewünschte Erscheinungsbild als auch der Zustand der Fläche wichtig.

05 / BEGRIFFSWISSEN

Isolierwirkung bei Verfärbungen

Mit Isolierwirkung ist bei Renovierbeschichtungen das Begrenzen von Verfärbungen gemeint, die aus dem Untergrund in nachfolgende Schichten gelangen können. Das betrifft beispielsweise bestimmte Nikotin-, Ruß- oder alte Wasserflecken. Die Ursache und der Zustand der Fläche müssen zuerst geklärt sein. Diese Verwendung des Begriffs bezeichnet keine Wärmedämmung. Welche isolierende Beschichtung passt, hängt von Verfärbung, Untergrund und geplanter Schlussbeschichtung ab.

06 / BEGRIFFSWISSEN

Altbeschichtung

Eine Altbeschichtung ist eine bereits vorhandene Schicht, auf der ein neuer Aufbau geplant wird. Dazu können frühere Anstriche oder Beschichtungen gehören. Entscheidend sind Materialbasis, Zustand und Haftung sowie die Verträglichkeit mit den folgenden Materialien. Ein ähnlicher Farbton verrät die Zusammensetzung nicht. Bekannte Produktnamen und frühere Arbeitsunterlagen helfen bei der Einordnung. Ob Schichten bleiben können, wird am konkreten Bestand beurteilt.

07 / BEGRIFFSWISSEN

Körnung

Die Körnung beschreibt bei einem Putz die Größe seiner strukturgebenden Körner. Sie prägt zusammen mit der Putzart, dem Werkzeug und der Verarbeitung die sichtbare Oberfläche. Eine gröbere oder feinere Körnung ist deshalb auch eine Gestaltungsentscheidung. Musterflächen bei Tageslicht und aus dem späteren Betrachtungsabstand helfen beim Vergleich. Welche Ausführung zum Untergrund und zum gesamten Aufbau passt, wird gesondert anhand der Produktunterlagen geklärt.

08 / BEGRIFFSWISSEN

Oberputz

Der Oberputz ist die oberste Putzlage eines Aufbaus und prägt dessen Oberflächenstruktur. Darunter können weitere Putzlagen oder Bestandteile eines Fassadensystems liegen. Diese Schichten müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein neuer Oberputz wird deshalb nach dem vorhandenen Untergrund und den vorgesehenen Anforderungen ausgewählt. Lose Stellen, Risse oder Feuchteprobleme werden vor der Gestaltung beurteilt; der sichtbare Abschluss allein löst solche Schäden nicht.

09 / BEGRIFFSWISSEN

Beschichtung und Abdichtung

Eine Beschichtung gestaltet oder schützt eine Oberfläche. Eine Abdichtung hat die Aufgabe, das Eindringen von Wasser in den vorgesehenen Bereichen zu verhindern. Ob ein Aufbau beide Aufgaben erfüllen kann, muss für seinen konkreten Einsatz nachgewiesen sein. Eine farbige Oberfläche allein belegt daher keine geeignete Bauwerksabdichtung. Untergrund, Anschlüsse, Risse und Wasserbeanspruchung gehören gemeinsam in die Planung, etwa am Balkon oder am Pool.

10 / BEGRIFFSWISSEN

Überarbeitbar und belastbar

Überarbeitbar bedeutet, dass unter den angegebenen Bedingungen der nächste geeignete Arbeitsschritt erfolgen kann. Die vollständige Belastbarkeit oder Freigabe für Wasser kann einen anderen Zustand voraussetzen. Eine Oberfläche, die sich trocken anfühlt, ist deshalb nicht automatisch für jede Nutzung bereit. Maßgeblich sind die aktuelle technische Vorgabe, der ausgeführte Aufbau und die Bedingungen während der Trocknung. Diese Zustände sollten im Zeitplan getrennt berücksichtigt werden.

11 / BEGRIFFSWISSEN

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit bezeichnet Wasser, das über feine Poren im Baustoff aus tiefer liegenden Bereichen im Mauerwerk nach oben transportiert wird. Sie ist eine mögliche Feuchteursache neben beispielsweise Kondensat, Leckagen oder seitlichem Wassereintritt. Ein feuchter Wandbereich allein beweist diese Ursache nicht. Erst eine fachliche Bestandsaufnahme ermöglicht ein passendes Sanierungskonzept und die Beurteilung, ob eine Horizontalsperre für das konkrete Mauerwerk infrage kommt.

12 / BEGRIFFSWISSEN

Systemaufbau

Ein Systemaufbau beschreibt die aufeinander abgestimmten Materialien und Arbeitsschritte vom vorbereiteten Untergrund bis zur fertigen Oberfläche. Dazu können Grundierung, Zwischen- und Schlussbeschichtung oder verschiedene Putzlagen gehören. Nicht jeder Aufbau benötigt dieselben Schichten. Entscheidend ist, dass Bestand, Produkte, Nutzung und Verarbeitung zusammenpassen. Derselbe Markenname allein bestätigt noch keine beliebige Kombination. Der konkrete Aufbau wird anhand aktueller technischer Vorgaben und des Objekts festgelegt.

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